Chamerstrasse 44, 6331 Hünenberg
+41 41 511 10 10

User-Tracking: Ziehen Sie die richtigen Schlüsse aus Ihren Webdaten

​Haben Sie sich auch schon mit dem User-Tracking – das Nachverfolgen einzelner Webseitennutzer – befasst, um den Effekt Ihrer Online-Kampagnen zu messen? Dann wissen Sie, dass man ohne Hintergrundwissen rasch falsche Schlüsse aus diesen Webdaten ziehen kann. In diesem Blogbeitrag lernen Sie die Tücken des User-Trackings kennen und erfahren, worauf Sie bei der Verwendung der Webdaten achten müssen. Technische Details werden dabei gleich zu Beginn als leicht verdauliche Kost serviert.

Im Internet werden Geräte getrackt

​Öffnet Frau Müller Ihre Webseite im Browser, fliessen zwischen deren Computer und Ihrem Webserver Daten hin und her. Mit diesen Daten werden zugleich sogenannte Metadaten mitgeschickt. Diese enthalten u.a. die IP-Adressen des Computers und Ihres Webservers, die geografische Lage des Computer-Netzwerks sowie Informationen über die Art, das Betriebssystem und den Browser des Computers. Diese Metadaten – die vom Webserver in seiner Datenbank gespeichert werden – enthalten Geräteinformationen, jedoch keine personenbezogenen Daten zu Frau Müller. Die Metadaten enthalten nur dann persönliche Angaben, wenn sich Frau Müller beim Besuch auf Ihrer Webseite mit einem Login anmelden muss und sich so zu erkennen gibt.

Bei Caching helfen Pixels, Cookies und Etags

​Jedoch merkt Ihr Webserver nicht immer, dass jemand auf Ihre Webseite zugreift. Denn Browser wenden oftmals Caching an. Dabei speichert der Browser bereits besuchte Webseiten im Cache auf dem Computer von Frau Müller. Sobald Frau Müller die gleiche Webseite erneut besuchen will, sendet der Browser keine Anfrage an den Webserver, sondern lädt die Webseite direkt aus dem Cache. Damit Ihr Webserver trotzdem erfährt, wie oft welches Gerät auf Ihre Webseite zugreift, kommen Tracking-Methoden wie Pixel, Cookies oder Etags zum Einsatz. Diese sorgen dafür, dass der Zugriff und die dazu gehörenden Metadaten trotz Caching an Ihren Webserver gesendet werden.

Auch bei Webanalyse-Tools ist User-Tracking gleich Geräte-Tracking

​Die Daten, die Sie in Ihrem Webtracking Tool wie Google Analytics oder Piwik sehen, werden nach dem gleichen Prinzip erhoben. Die Tools verwenden eigene Cookies, um Zugriffe auf Ihre Webseite und die dazugehörenden Metadaten zu registrieren. Grundsätzlich haben also auch Google Analytics und Piwik nur Gerätedaten und keine personenbezogenen Daten zu Frau Müller. Die soziodemografischen Angaben, die man in Google Analytics findet, beruhen auf Schätzungen aus der Suchmaschine und aus Gmail. Web Analytics Tools betreiben also nichts anderes als Geräte-Tracking.

ABER: Gerätedaten sind nicht Nutzerdaten

​Das ist im Grunde genommen kein Problem. Problematisch wird es erst dann, wenn das Geräte-Tracking als Nutzer-Tracking missverstanden wird und die Daten eines Gerätes fälschlicherweise als die Daten eines Nutzers betrachtet werden. Denn:

  • ​Ein Gerät kann von mehreren Nutzern verwendet werden
  • Ein Nutzer kann von mehreren Geräten auf Ihre Webseite zugreifen
  • Ein Nutzer kann ein neues Gerät kaufen
  • Ein Nutzer kann Cookies und Etags löschen

Ein Gerät, mehrere Nutzer

​Insbesondere Privatpersonen in einem gemeinsamen Haushalt nutzen oft denselben Desktop, um auf Ihre Webseite zu gelangen. Besucht einmal Frau Müller und später ihr Mitbewohner Herr Maurer Ihre Webseite mit dem gleichen Gerät, erkennt Ihr Tracking-Tool nur das Gerät und teilt diesem eine eindeutige Client-ID (Google Analytics) oder ID (Piwik) zu. Das Tool weist dann einfach zwei Besuche von derselben Client-ID aus. Wenn man nun Gerätedaten als Nutzerdaten interpretiert, würde man fälschlicherweise glauben, dass nur ein Nutzer die Seite besucht hat.

Ein Nutzer, mehrere Geräte

​Greift Frau Müller zudem einmal mit ihrem Desktop auf Ihre Webseite zu und später dann mit ihrem Smartphone, weiss der Webserver oder Ihr Tracking-Tool nicht, dass die Besuche von ein und derselben Person stammen. Es werden bloss zwei unterschiedliche Geräte registriert, die eine eigene ID haben. Nach der «Geräte-Tracking gleich User-Tracking»-Methode würde man die Besuche zwei unterschiedlichen Nutzern zuordnen.

Ein neues Gerät

​Kauft Frau Müller ein neues Smartphone, kann ihre Besuchshistorie nicht weitergeführt werden. Auch hier erkennt der Webserver ein neues Gerät, jedoch nicht die Nutzerin. Das neue Gerät erhält eine neue ID, weshalb dessen Daten nicht mit den Daten des alten Geräts verknüpft werden können. Würde man die Gerätedaten als Nutzerdaten interpretieren, wäre ein wiederkehrender Nutzer (altes Gerät) verloren gegangen und ein neuer Nutzer (neues Gerät) hinzugekommen.

Löschung von Cookies und Browsercache

​Die Besuchshistorie bricht ebenfalls ab, wenn Frau Müller ihre Cookies löscht und den Browsercache leert. In diesem Fall können Webserver und Tracking-Tool das Gerät von Frau Müller nicht wiedererkennen und geben dem Gerät eine neue ID.

Fazit

​Wenn Sie Webdaten betrachten, seien Sie sich also immer bewusst, dass eine Client-ID (Google Analytics) oder eine ID (Piwik) für ein einziges Gerät, nicht aber für einen einzigen Besucher Ihrer Webseite steht. So verhindern Sie zum Beispiel, widersprüchliche Daten einer Client-ID zwingend als unentschlossenes Verhalten eines Nutzers zu interpretieren oder die plötzlich gestoppten Aktivitäten einer Client-ID verfrüht als Verlust eines treuen Nutzers zu betrauern. Seien Sie sich auch im Klaren, dass geräteübergreifendes User-Tracking so ohne Weiteres sehr schwierig ist.

​Wenn Sie echtes User-Tracking wünschen und das Verhalten von Nutzern statt Geräten verstehen möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Gerne erarbeiten wir mit Ihnen die für Sie passende ​Lösung​.

6. December 2017

Leave a reply